Symptomatik und Diagnostik

Die dorsale Kontur des Handgelenkes ist bei der hinteren Luxation wie bei der perilunaren Luxation häufig sichtbar verändert. Schwellungen und Druckschmerzhaftigkeit sind v.a. in diesem Bereich lokalisiert. Bei der vorderen Luxation des Os lunatum werden diese Veränderungen typischerweise an der Palmarfläche der Handwurzel gefunden. Bei allen Formen kann es zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen kommen.

Eine frühzeitige Diagnose ist jedoch für den Heilungsverlauf wichtig.

 

Anamnese und klinische Untersuchung

Die Frage nach dem vorausgegangenen Unfall kann Hinweise liefern.

 

Klinische Untersuchung

Die Palpation des Os lunatum wird durch Beugung des Handgelenkes erleichtert. Zur Erkennung von Lunatumluxationen sollte der Watson-Test durchgeführt werden.

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Palpation des Os lunatum  
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Die Palpation des Os lunatum wird durch Beugung des Handgelenks erleichtert 
 

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Wichtig ist die Überprüfung der Durchblutungsverhältnisse sowie der Ausschluß nervaler Defizite. 

Bildgebende Untersuchung

Beim Verdacht auf karpale Frakturen steht die Röntgen-Untersuchung im Vordergrund. Nach Gilula lassen sich auf der p.-a.-Aufnahme des Handgelenkes drei karpale Bögen abgrenzen.

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Gilula- Bögen 
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Auf der p.a.- Aufnahme des Handgelenks lassen sich drei karpale Bögen abgrenzen. Der erste Bogen verläuft hierbei entlang den proximalen konvexen Gelenkflächen der ersten Karpalreihe, der zweite entlang ihrer distalen konkaven Gelenkflächen. Die proximalen Konturen von Capitatum und Hamatum bilden den dritten Bogen. Diskontinuitäten im Verlauf dieser Bögen weisen auf Schädigungen der karpalen Stabilität hin. 
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Bei den p.a.-Aufnahmen wird häufig eine Verbreiterung des Spaltes zwischen Os lunatum und Os scaphoideum beobachtet. Eine Spaltbreite von mehr als 2 mm ist verdächtig. Auf den seitlichen Aufnahmen kann zwischen vorderer oder hinterer Luxation unterschieden werden.
 
Lunatumluxation 
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Handgelenksseitaufnahme 
p.a.-Aufnahme
Schematische Darstellung der typischen radiologischen Veränderungen bei einer Luxation des Os lunatum 
 

Zur besseren Darstellung karpaler Instabilitäten dienen ferner:
bulletdie a.p.-Aufnahme
bulletdie 45°-Schrägaufnahme in Pronation
bulletdie 35°-Schrägaufnahme in Supination
bulletFunktionsaufnahmen in Ulnar- und Radialabduktion
bulletin Flexion und Extension sowie
bulletgehaltene Aufnahmen.
Weiterhin kann eine dynamische Röntgenuntersuchung (Kinematographie) des Handgelenkes durchgeführt werden. Letztere bietet die Möglichkeit, die Komplexbewegung des Carpus zu dokumentieren bei Ad- und Abduktion sowie Flexion und Extension zu erfassen und auf Videofilm zu dokumentieren. In Zeitlupe kann der Bewegungsablauf im Anschluß an die Untersuchung genau analysiert werden. Nachteil der Methode ist ein relativ hoher Technikaufwand und eine größere Strahlenbelastung. Bei unklaren Befunden können auch Computertomographie und Arthrographie helfen, die Diagnose zu sichern. Sie zählen jedoch nicht zur Routinediagnostik.

Carpale Instabilität 
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Carpale Instabilitäten können arthrographisch anhand des KM-Ausflusses dargestellt werden 
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Arthroskopischer Befund einer karpalen Instabilität zwischen dem Os scaphoideum und dem Os lunatum (Sc=Scaphoideum, L=Os lunatum, R=Radius) 
 

Copyright © 1999 Prof.Dr.J.Jerosch