Therapie
 
Die betroffene Extremität darf auf keinen Fall hochgelagert werden, weil dadurch die Entstehung des Kompartment Syndroms gefördert würde.
 
Ziel der Therapie ist ein Abfall des Gewebedruckes.
Eine Verbesserung der Perfusion über eine Steigerung des arteriovenösen Druckgradienten kann durch eine Volumentherapie erzielt werden.
 
Beim akuten funktionellen Kompartment-Syndrom ist immer eine operative Therapie indiziert.
 
Zur Faszienspaltung stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung.

Die drei gängigsten Verfahren sind:

1. die bilaterale Inzision mit anterolateraler und posteromedialer Hautinzision
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Bilaterale Inzision
SMFBI095KJEBV0013001
li: posteromedialer Hautschnitt
re: anterolateraler Hautschnitt
 

2. die unilaterale parafibulare Dekompression mit einer Hautinzision über die gesamte Fibulalänge
 
 
Unilaterale parafibulare Dekompression
SMFBI095KJEBV0013002
 

3. die Fibularesektion mit Resektion der Fibula ca. 8 cm proximal des Malleolus lateralis bis unmittelbar distal der proximalen Articulatio tibiofibularis.
 
 
Fibularesektion
SMFBI095KJEBV0013003
 

Beim chronischen funktionellen Kompartment-Syndrom ist eine operative Therapie nicht unbedingt erforderlich.
Bei einer konservativen Therapie steht die Reduzierung der sportlichen Aktivität im Vordergrund.
Weiterhin stehen Physiotherapie (Stretching, isotonische/isometrische Übungen), Kryotherapie, Ultraschall und eine medikamentöse Therapie mit Antiphlogistika und Diuretika zur Verfügung.

Bei Versagen der konservativen Maßnahmen oder bei dem Wunsch nach Fortführung der sportlichen Aktivitäten sollte eine operative Dekompression des betroffenen Muskelkompartimentes durch Faszienspaltung erfolgen. Operative Verfahren sind z.B. die OP nach Reneman mit Hilfe eines flexiblen Diathermiedrahtes oder die OP nach Rorabeck mit zwei lateralen Inzisionen.
 
 
OP nach Reneman
SMFBI095KJEBV0013004SMFBI095KJEBV0013005
Fasziotomie mit Hilfe eines flexiblen Diathermie-Kabels
 
 
OP nach Rorabeck
SMFBI095KJEBV0013006SMFBI095KJEBV0013007
Zugang über zwei laterale Inzisionen
 

Postoperativ kann der Patient sofort mobilisiert werden, mit passiven und aktiven Bewegungsübungen für Knie- und Sprunggelenk sollte begonnen werden.
Eine temporäre Entlastung für 2-3 Wochen reicht in der Regel aus.
Ab der 3. postoperativen Woche kann mit Laufübungen begonnen werden, ab der 6. Woche ist der Patient wieder normal belastbar.

 

 

Copyright © 1999 Prof.Dr.J.Jerosch